Ein tolles Event in einem wunderschönen Ambiente ganz im Zeichen von Networking. Im Unterschied zum Pendant in der Hofburg gibt es hier ein lockeres Programm, wo der Austausch mit Branchenkolleg*innen im Fokus steht. Eines kann ich schon vorweg sagen, es waren zwei wirklich heiße Tage.
Was habe ich mitgenommen? Hier mein Nachbericht von 2 Tagen HR Inside Summit Summer Edition:
Gestartet wurde in den 1. Tag mit einer Keynote zum Thema „Grüßen“ und dass es wichtig ist, dem Anlass angemessen zu grüßen. Dabei auf die Körpersprache und die Wortwahl zu achten, ist das Um und Auf. Natürlich kein neues Thema, aber gut, dieses wieder in Erinnerung zu rufen.
Selbstorganisiertes Lernen
Spannend fand ich den Input zu selbstorganisiertem Lernen in Teams, mit einem einfachen Leitfaden und einer/einem Moderator*in. Diese Form von Austausch motiviert und dadurch entsteht automatisch ein Wissenstransfer.
Warum diese Art von Lernen so erfolgreich in Unternehmen ist: Es macht Spaß, bietet eine Art von Teambuilding und wenn der Inhalt gut aufgebaut, interaktiv und relevant ist, kann dieser sofort umgesetzt werden – das ist für mich die perfekte Kombination für einen optimalen Lernerfolg.
Das erinnerte mich gedanklich an Working Out Loud, das auf einem ähnlichen Prinzip beruht. Darüber habe ich in meinem Artikel Upskilling: Weiterbilden statt austauschen schon einmal berichtet.
MAC Employee Choice Programm
Kurz habe ich mich dem Thema Mac Employee Choice Programm gewidmet, eine gute Sache – die man sich aber leisten können muss. Dass es die Arbeitgeberattraktivität steigern kann und Mitarbeiter*innen an das Unternehmen bindet, da bin ich voll einverstanden. Aber das alleine reicht nicht aus, um ein Employer of Choice zu sein.
Was es alles dazu braucht? Bevor man mit dem Thema startet – zuerst das Top Management befragen, was es eigentlich braucht, um ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Daraus resultierend Schritte in die ganze Organisation setzen. Man wird nur zum #Talent Magnet, wenn die Ideen von oben nach unten mitgetragen werden.
Benefits
Um bei der Mitarbeiter*innen Motivation zu bleiben, war ein Key Take Away für mich das Thema Benefits und dass sich hier einiges tut im Sinne der Digitalisierung und neue Ideen auf den Markt gebracht werden. Wie zB Abos wie Spotify für Mitarbeiter*innen zu übernehmen, finde ich einen tollen neuen Ansatz, der viele im Unternehmen ansprechen wird. Davon bin ich überzeugt.
Ein wichtiger Benefit ist natürlich auch Flexibilität in der Arbeitszeit. Beim HR Inside Summit bekamen wir Einblicke in die Einführung der 35 Std. Woche. Ein spannender Ansatz, der mir persönlich sehr gut gefällt. Es muss klare Rahmenbedingungen dafür geben, damit es gut funktioniert. Alles steht und fällt mit der Kommunikation der Erwartungen und Richtlinien. Im Zusammenhang damit, bitte nicht falsch verstehen, es geht nicht darum, einerseits flexibel und andererseits starr durch diverse Richtlinien zu sein. Aber es braucht ein Rahmenkonstrukt, in dem sich alle frei bewegen können. Dann hat dieses Modell auch Zukunft. Was geändert werden muss – ein Beispiel die Meetingkultur: wann finden Meetings statt, wer muss alles dabei sein, wer muss danach informiert werden und wie lange müssen diese dauern? Wenn man weniger Zeit zur Verfügung hat, dann heißt es auch effizienter damit umgehen. Alles in allem kann man sagen, dass der Impact groß ist und die Produktivität steigt.
Nachhaltigkeit
Aus der Panel Diskussion zur Nachhaltigkeit habe ich mitgenommen, dass jeder kleine Schritte setzen kann. Auch Unternehmen, wie zB. durch Umstellung auf Ökostrom oder Einführung eines emissionsfreien Fuhrparks, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Nachhaltigkeit ist etwas, dass nicht nur mit Umwelt zu tun hat. Für mich bedeutet es auch nachhaltig zu führen und zu agieren, damit die nächste Generation auch davon profitiert. Weg von kurzfristigen Aktionen, hin zu langfristigen Initiativen – davon profitieren letztendlich wir alle. Das im Employer Branding zu kommunizieren, ist ein Bonus am heutigen Arbeitsmarkt – wichtig ist, keine leeren Versprechungen zu machen und klar zu kommunizieren, was Mitarbeiter*innen im Unternehmen tun können, um einen Beitrag für die Nachhaltigkeit zu leisten. Wir sind uns alle einig, dass es ein wichtiges Thema ist. Aber es gibt Unternehmen, die die Dringlichkeit noch nicht verstanden haben. Hier gilt es, mehr Aufklärungsarbeit zu leisten und Prozesse zu vereinfachen. Vor allem im Berichtswesen – dabei wird KI zukünftig eine wichtige Rolle spielen und Unternehmen entlasten, damit man sich operativ dem Thema widmen kann.
Positionierung
Sich gut zu positionieren, das war die Kernaussage einer Jobstudie auf dem HR Inside Summit. Es gibt 35% mehr ausgeschriebene Stellen als im Vorjahr. Eine starke Nachfrage in allen Bereichen, vor allem in den Bundesländern Wien & OÖ. Also der Personalmangel wird sich verschärfen, ein Viertel der Bevölkerung wird bis 2023 65+ sein. Und den Prognosen zufolge werden wir bis 2030 aufgrund des demografischen Wandels um 10% weniger Arbeitskräfte global zur Verfügung haben. Die Wechselbereitschaft ist jetzt höher denn je: Jeder 6. wird heuer kündigen, jeder 4. denkt über einen Jobwechsel nach! Wie kann ich mich als Arbeitgeber positionieren? Flexibilität, Diversität, Nachhaltigkeit und die Sinnfrage. 0815 Employer Branding funktioniert nicht mehr, man muss sich präsentieren und bei den Arbeitnehmer*innen bewerben.
Dafür braucht es neue Recruitingwege wie etwa mit Google. Es ist wichtig, seine Zielgruppe zu kennen, die richtigen Schlagwörter zu verwenden und Informationen immer topaktuell zu halten. Dann wird man mit großer Sicherheit gelistet, weil Plattformen sowie Social Media sind Google optimiert – daher schnell mal auch die Karriereseite checken, ob diese das auch ist. Ein Highlight, den Standort für sich nutzen und mit Bildern & Videos befüllen, um mehr Sichtbarkeit zu genieren. Mit dieser Art des Recruitments ist es wichtig, alle zu erreichen, die der Zielgruppe entsprechen, auch die, die auf anderen Plattformen unterwegs sind. Da hilft natürlich zusätzlich die Schaltung von Ads und schon hat man mehr Reichweite als angenommen.
Abschluss des ersten Abends
Der Humor durfte am Abschluss des ersten Abends nicht zu kurz kommen und wurde musikalisch untermauert. Bei gutem Essen und einem erfrischenden Getränk haben die Teilnehmer*innen den Abend gemütlich ausklingen lassen.
Tag 2 HR Inside summit – Summer Edition
Um am 2. Tag auch in der Hitze Fokus & Konzentration nicht zu verlieren, gab es leicht umsetzbare Schritte. Oft sind es nämlich die kleinen Dinge im Leben, die Großes bewirken. zB. mehr Mut zur Pause – was nicht heißt, nach vorn gebeugt den Instagram Account zu checken, sondern in Stille das Leben genießen bei einem Spaziergang oder einer Meditation. Am aller wichtigsten ist jedoch mal tief durchzuatmen. Danach sieht die Welt oft schon ganz anders aus. Es reichen oft ein paar Atemzüge, um wieder Fokus & Konzentration zu gewinnen.
Digitalisierung
Auch die Digitalisierung macht nicht halt im HR Bereich. Immer mehr Prozesse werden automatisiert und digitalisiert. Dafür braucht es starke Partner und gute Softwarelösungen, um dies effizient und nachhaltig umzusetzen. Dazu gab es einige Einblicke, um mehr Transparenz zu schaffen und um Kommunikation in Unternehmen zu fördern.
Persönlichkeit
Welche Persönlichkeiten & Arbeitsstile es im Unternehmen generell braucht. Spielerisch durfte der eigene Arbeitsstil erarbeitet werden und dann zu der Phase des Unternehmens gematcht werden. Das hat nicht nur Spaß gemacht sondern wieder gezeigt, wie wichtig es ist, sich selbst und das Unternehmen zu kennen, um erfolgreich zu sein.
Zusammenarbeit
Abschließen möchte ich mit dem Thema Vertrauen. Vertrauen ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit in jedem Unternehmen. Dass es Unterschiede gibt in Vertrauen und Vertrautheit, ist klar – und was es bedeutet, wenn Vertrauen einmal missbraucht wurde, brauche ich, glaub ich, nicht weiter zu erläutern. Gekoppelt wurde diese Fragestellung mit Kräutern & Aromen, die eine bestimmte Stimmung bei uns auslösen. Man könnte sagen, etwas esoterisch – aber was ich daraus gelernt habe in diesen zwei Tagen: der klassische Ansatz funktioniert nicht mehr. Man muss sich abheben, um heute am Arbeitsmarkt wahrgenommen zu werden. Da ist egal, welchen Ansatz man wählt, Hauptsache er passt zum Unternehmen und dessen Kultur.
Wie hat Albert Schweitzer schon gesagt: Kultur fällt uns nicht wie eine reife Frucht in den Schoß. Der Baum muß gewissenhaft gepflegt werden, wenn er Frucht tragen soll.
Mein Fazit
Mein Fazit der letzten Tage: Das Ambiente, die Atmosphäre und die Gespräche waren toll. Ich habe den persönlichen Austausch mit meinen Kolleg*innen sehr genossen. Auch wenn das Programm nicht so hochkarätig war wie beim Summit in der Hofburg, nehme ich viele Eindrücke und Gedanken, sowie neue Kontakte mit in den Sommer.
Und nicht vergessen: HR Inside Summit findet am 12. & 13. Oktober 2022 in der Hofburg statt. Ich freue mich auf ein Wiedersehen dort mich Euch. Bis dahin, schönen Sommer
Eure HR Passionista